Dass das Anfüttern beim Karpfenangeln eine sehr wichtige Rolle spielen kann, ist den meisten wohl bekannt. Aber wie geht man am besten dabei vor? Bevor man seinen Angelplatz mit Futter präpariert, sollte man sich im Vorfeld einige Gedanken machen.
Wo angelt man denn überhaupt? An einem kleinen überschaubaren Gewässer, oder an einem großen See oder Fluss vielleicht? Die Wahl des Gewässers gibt uns meist schon einen Hinweis auf die Frage wie viel Futter man benötigen wird.
Generell kann man sagen ist man an einem größeren Gewässer unterwegs, macht es Sinn eine gewisse Zeit vor dem Ansitz eine Stelle anzufüttern, um die Fische schon mal an das Futter zu Gewöhnen und sie auch dazu zu bringen, diesen Futterplatz immer wieder anzuschwimmen.

Wie viel man Füttert, hängt wiederum von dem Gewässer selbst und mit Sicherheit auch von der Jahreszeit ab. Hier sollte man sich im Klaren über den Fischbestand sein, und wissen welcher Angeldruck an dem Gewässer herrscht. Es kann sein das man an einem Gewässer mit viel Angeldruck besser fangen wird, wenn man nur kleine Mengen anfüttert, da die Fische die Spots sowieso schon kennen und hier in bestimmten Abständen immer wieder vorbeischwimmen. Hier kann die Wahl eines guten Köders oder vielleicht sogar unbekannten Köders für das Karpfen fangen mehr bewirken als Massen an Futter. An anderen Gewässern, an denen die Fische als Nomaden herumziehen, und sich nur schwer an einem Platz halten lassen, mag eine Handvoll Futter reichen, da sie nur kurz fressen und dann weiterziehen. Infos über das Gewässer, sowie Kenntnis über das Fressverhalten der Fische an dem jeweiligen Gewässer ist wie immer Gold wert. Aber auch Gewässer an denen man nur über eine große Menge an Futter zu seinem gewünschten Fangergebnis kommt, gibt es. Man kann das Anfüttern, was Menge und Futter an sich betrifft also nicht konkret beantworten, und müsste von Fall zu Fall neu entscheiden.

Um dennoch eine Futterstrategie zu beschreiben, stellen wir uns vor wir sind im Sommer an einem Baggersee der schon eine ordentliche Größe hat, und an dem es erfahrungsgemäß Sinn macht vor dem eigentlichen Angeln anzufüttern. Da mit anderen Fischarten als Karpfen ebenso zu rechnen ist, wählen wir eine Vorgehensweise, die am Anfang mit Sicherheit viele Fische an den Platz locken wird, am Ende jedoch die größeren am Platz halten wird.

Am besten Arbeitet man im Sommer mit Partikeln wie Hanf, Hartmais und anderen Leckereien. Auch Fischpellets und ähnliche geruchsintensive Köder eignen sich um auf unseren Futterplatz aufmerksam zu machen, diese kann man im Geschäft für Angelsport Zubehör kaufen. Gerade im Sommer werden sich viele Fische hier einfinden. Wir Fischen an einer Stark abfallenden Kante und an einem Schilfgürtel. Der Bereich an denen die Fische zu erwarten sind ist relativ groß, deshalb wird nicht nur punktuell sondern vorerst großflächig gefüttert. Beginnt die Session, wird wen erlaubt mit einer Markerboje der Spot genau definiert, und man Füttert jetzt genauer, wenn man die ersten Bisse bekommen hat.

Am Ende möchten wir unsere Karpfen mit Boilies fangen. Da wir uns im Sommer befinden haben wir uns für süße fruchtige Boilies entschieden. Diese Wahl eignet sich generell besser als fischige, herbe Aromen für diese Jahreszeit. Deshalb kommen diese von Anfang an in kleineren Mengen mit in die Portionierung für das Anfüttern. Im Sommer wenn es nicht zu heiß ist, sind die Karpfen so aktiv wie zu keiner anderen Zeit des Jahres. Wir füttern also 4 Tage lang mit unserem Gewählten Grundfutter Mix, dem man immer auch die Boilies zugibt. Pro Tag, und wir gehen davon aus man muss nicht zu kleinlich anfüttern kommen ca. 1-2 Kilo Boilies und Verhältnis Gemäß die doppelte Menge an Partikeln an den Futterplatz. Durch das großflächige Füttern, bietet man den Fischen eine bessere Möglichkeit um auf unser Futter aufmerksam zu werden.
Die letzten beiden Tage und auch dann, wenn der Ansitz beginnt verzichtet man auf das Gundfutter und füttert nur noch Boilies. Wenn der Plan aufgeht, hat man am Anfang viel Kleinfisch am Platz und nur einige Boilies bleiben für die größeren Karpfenmäuler liegen.

Füttert man dann nur noch Boilies nach werden sich die kleinen Fische nach und nach verziehen. Spätestens wenn die Karpfen am Platz sind, werden diese ganz verdrängt und der Plan ist aufgegangen. Die Karpfen durch Neugierde und Futterneid an den Platz zu locken, funktioniert meist ganz gut, und ist für viele Gewässer ein probates Mittel. Um die am Platz befindlichen Fische schließlich bei Laune zu halten, gibt man je nach Bissfrequenz auf jede Rute nach einem Drill erneut zwei oder drei Hände voll Boilies.

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