Catch & Release,

darunter versteht man ganz vereinfacht gesagt den Fisch den man gefangen hat wieder in sein Element zurückzusetzen. Diese Handhabung ist seit langem ein sehr umstrittenes Thema. Vorallem bei Tierschützern und Personen Gruppierungen, die sich damit nicht anfreunden können. Praktiziert wird Catch & Release jedoch seit eh und je. Die Bezeichnung von Catch & Release stammt wie so viele Dinge beim modernen Angeln aus dem Englischen, und beschreibt nicht nur eine Angelmethode die aus der karpfenszene kommt, sondern betrifft das Angeln allgemein.

Dieses Thema ist ein sehr brissantes, und vielschichtiges zugleich. Man könnte Seite für Seite mit Gesetzestexten und Paragraphen voll schreiben, und ist am Ende doch wieder bei einigen Fakten und Tatsachen gelandet, die das Thema Catch & Release für jeden Angler selbsterklärend und überschaubar aussehen lassen.

Man muss ganz klar anmerken, in Deutschland sagt das Tierschutzgesetz aus, dass ein Zurücksetzen eines Fisches nur dann erlaubt ist, wenn der gefangene Fisch in der Schonzeit gefangen wurde. Weiterhin muss ein Fisch zurückgesetz werden, wenn er noch unter dem für diese Fischart geltenden Schonmaß liegt.

Sollten diese zwei Punkte nicht  zutreffen, wird kurz und knapp gesagt, dass dem Fisch sinnlos Schmerz und Leid zugefügt wird. Dies wird laut § 17 des Tierschutzgesetz als Tierquälerei geahndet. So viel zu Deutschland. Andere Länder andere  Sitten und Gesetze. In den USA beispielsweise ist das Zurücksetzen bestimmter Fischarten im Gesetz so vorgeschrieben und Pflicht. In der Schweiz tritt eine ähnliche Regelung wie sie hier in Deutschland anzutreffen ist in Kraft. Mit dem kleinen Unterschied, dass in der Schweiz Catch & Release unter bestimmten Voraussetzungen, welche ökologische Gründe sein können gestattet ist.

Man sieht also jetzt schon es gibt keine einheitlichen Regelungen über Landesgrenzen hinweg und es wäre auch zu verwunderlich, wenn es diese geben würde. Es geht vordergründig um Leben und Tod. Für alle Angler sollte das Leben ganz klar über dem Tod stehen, und so ist es nur logisch das man nicht pauschal sagen kann ein gefangender Fisch muss sofort getötet werden. An dieser Stelle sollte jeder Angler seinen Verstand einsetzen, auch wenn das Gesetz oft etwas anderes von uns verlangt. Ich möchte hier keinen Aufruf zum generellen Catch & Release starten, sondern vielmehr Angler dazu bewegen, sich selbst einen Meinung zu diesem Thema zu bilden, und eine selektive Entnahme als Grundlage und eine Möglichkeit für die Handhabung gefangener Fische  mit in die Entscheidungsgewalt die jedem Angler und Menschen zustehen sollte mit einfließen zu lassen.

Es spielt hierbei keine Rolle um welchen Zielfisch es sich hierbei handelt, in jedem Gebiet der Angelei egal ob es auf Friedfische wie z.B. Karpfen oder auch Raubfische gehen soll ist dieses Thema so aktuell wie noch nie zuvor. Gleichermaßen sollte man sich vor Augen führen, dass Catch & Release nicht für ein striktes, generelles  zurücksetzen von Fischen steht. Wenn man also von Catch & Release spricht sollte man den Aspekt der selektiven Entnahme berücksichtigen. Dies bedeutet lediglich, das eine sinnvolle Entnahme von gefangenen Fischen stattfinden kann. Weiterhin sollte man pflichtbewusst und respektvoll mit gefangenen Fischen, egal welcher Gattung oder Größe umgehen. Alle Maßnahmen, die der Verbesserung unserer Fischwelt dienen  sollten auch ergriffen und praktiziert werden.

Ich möchte jetzt ein paar Worte, die vorallem das Thema Catch & Release im Bereich der Karpfenfischerei angeht anbringen und loswerden. In einem Zeitalter, in dem es mehr Angler an den meisten Gewässern gibt als es  in den vergangenen Jahren der Fall war, und in einer Zeit in der die Angelindustrie boomt wie nie zuvor, sind logischerweise die Gewässer und nicht nur die heimischen Gewässer einem Angeldruck ausgesetzt, der sich bei nicht Einhaltung dieser Sichtweise der selektiven Entnahme ganz schnell in Gewässer, nämlich in tote Gewässer verwandeln könnte. Es kann nicht nur, sondern ist für viele Gewässer und Gewässersysteme sehr wichtig, dass rar vorhandene Fischarten was vorallem aber auch große und alte Fische und Bestände betrifft, welche bekanntlich die besten Laichproduzenten sind, sehr wichtig ist diese zu erhalten und zu schützen. Von dem Genpotenzial ganz zu schweigen, welches diese Kapitalen besitzen. So sollten diese Fische nur begrenzt oder besser gar nicht aus Gewässern entnommen werden, um diese angemerkten Fakten zu erhalten.

Das eine Veränderung spürbar ist, und das die Entnahmementalität vorallem von großen Karpfen den Beständen und nicht zuletzt der Angelindustrie zugute kommt, kann man vielerorts spüren. Nicht nur unsere Nachbarn in Europa sondern auch in übersee, welche als Vorreiter dieser Mentalität gelten und dieses behandeln gefangener Fische durch Catch & Release praktizieren, lassen sich an der Güte mancher Gewässer ablesen. Was gibt es also schöneres Gewässer für uns und unsere zukünftigen Generationen so zu erhalten, dass auch diese noch schöne Fische fangen werden.

Catch & Release sollte nicht aus reiner Eigenverantwortung und Überzeugung heraus betrieben werden. Vielmehr ist es an der Zeit, dass das Gesetz hierzulande sinnvolle Fischereigesetze und Tierschutzmaßnahmen zum Erhalt der Arten hervorbringt. Dies muss beispielsweise auch durch gezieltes Artenmanagement und soziologischer Aspekte begleitet werden.

Es ist wie mit vielen Dingen in der Geschichte der Menschheit, vieles ist ein Lernprozess, welcher sich erst durch die Zeit und durch viel Arbeit einstellen wird. Es bedarf mit Sicherheit noch einiger Zeit und Arbeit, um die in der Sportfischerei aktuell verankerten Gesetze und Bestimmungen wie vorallem das Thema Catch & Release als ein Thema zu behandeln, welches in seiner Ausführung in Deutschland als nicht mehr Strafbar angesehen wird.

So sollten wir vorallem als Angler es uns auch ein Stückchen weit zur Aufgabe machen, hierbei etwas beizutragen. Dies kann nur durch ausreichend Aufklärungsarbeit erreicht werden. Diese sollte nicht nur unsere Generation betreffen, sondern vorallem auch die jüngeren Generationen. Dieser Prozess ist von nöten, um in naher Zukunft zu einer Sichtweise der Angelsportfischerei zu gelangen, die das Angeln auf lange Sicht hin gesehen für alle Fisch liebenden attraktiv macht und diese auch sichert.

Wie sollen also unsere Fischbestände in einem gesunden Maße für weitere Generationen erhalten bleiben und zur Verfügung gestellt werden, ohne sich mit dem Thema Catch & Release ausreichend auseinander zu setzen?

Es wäre mehr als nur Schade, wenn auf grund nicht tragbarer und unzureichend ausgereifter Gesetzesgrundlagen und deren Folgen in Zukunft Mangel an Fisch und Arten Vorkommen dazu führen, dass Angeln als Leidenschaft nicht mehr vernünftig praktizierbar ist. …

Geduld ist der Meister des menschlichen Handelns (von Laotse), so ist es nur eine Frage der Zeit bis alle verstehen worum es hier eigentlich geht.