Das Anti-Blow-Out-Rig ist ein Karpfen Rig, welches es dem Karpfen nach der Köderaufnahme nahe zu unmöglich machen wird, den Köder wieder auszuspucken.Das Rig welches ich euch vorstellen möchte, fische ich mit sinkenden Boilies. Ob man hier einzelne Boilies verwendet oder Schneemann Montagen fischt, ist jedem selbst überlassen. Natürlich eignen sich auch eine Vielzahl anderer sinkender Köder für dieses Rig. Durch den Ring der sich auf dem Hakenschenkel befindet, der auf diesem hin und her gleiten kann, wird es dem Karpfen fast unmöglich gemacht den Köder wieder loszuwerden.

Bei normalen Rigs kann es passieren, dass der Haken kippt und sich aus dem Maul des Karpfens ohne zu haken verabschiedet. Beim Anti-Blow-Out-Rig verursacht der gleitende Ring auf dem Haken, dass er beim versuch des Karpfens den Haken wieder loszuwerden dieser bis zum Hakenöhr gleitet, und die Hakenspitze somit in der Unterlippe des Fisches fassen wird.

Die Kombination eines nicht ummantelten, geflochtenen Vorfachmaterials mit einem monofilen Material hat den Vorteil, dass man zum Einen sich das abmachen der Ummantelung sparen wird und zum Anderen hat das Monofile Material den Effekt einer gewissen Dehnung, wenn man ansonsten nur mit geflochtenen Komponenten wie zum Beispiel mit einer geflochtenen Hauptschnur fischt. Ein weiterer Vorteil ist die gewisse oder verbesserte Unsichtbarkeit des Vorfaches unter Wasser für den Karpfen. So hat man also auch noch den Scheueffekt der Karpfen ein wenig verkleinert und optimiert.

Für die Herstellung des Anti-Blow-Out-Kombi Rigs benötigt man folgende Dinge.

Ich verwende hier einen Haken von Solar Tackle, einen sogenannten Longshank Haken in der Größe 2. Die Hakengröße verwende ich ab einer Boiliegröße von 20 mm. So kann man auch eine Schnemann Montage ohne Probleme anbieten. Die Rig Rings sind von Fox in der Größe 2.0 mm. Als Vorfachmaterial verwende ich das Supernatural von Korda in der Stärke 25lb. Dieses Vorfachmaterial ist nicht ummantelt. Für die Kombination der beiden Vorfächer habe ich ein Fluo Carbon Vorfach von Sänger/ Iron Claw in der Stärke 0,40 mm gewählt.

Nun man schneidet sich ca 15 cm von dem geflochtenen Vorfachmaterial ab und bindet eine ganz normale Schlaufe, die für das Haar und als Befestigung des Hakenköders dienen soll.

Als nächstes nimmt man einen Rig Ring und fädelt diesen auf den Haken. Jetzt führt man die Schlaufe durch den Ring, bestimmt die länge für den Hakenköder und fixiert das Vorfachmaterial durch einen Überhandknoten am Rig Ring. Welchen Knoten man hierbei verwendet spielt keine Rolle, wichtig ist das das Vorfach am Rig Ring fest sitzt.

Der nächste Schritt ist es den Rig Ring zu positionieren, hierbei ist es wichtig das er schon ziemlich im Hakenbogen plaziert wird und jetzt kann man beginnen das Vorfach von außen richtung Hakenspitze geführt durch die Öse zu fädeln und wie gewohnt den Haken als No-Knot zu binden.

Ich wickle das Vorfach sieben oder acht mal um den Hakenschenkel, da ich durch die Verwendung eines Longshank Hakens auf das spätere einsetzen eines Stückchens Schrumpfschlauch verzichten werde. Diese Longshank Haken haben schon von Haus auf den gleichen Effekt wie ein Stück Schrumpfschlauch, welches man wie bei einem Line Alinger geformt für die bessere Drehung des Hakens und des Hakeffekts einsetzen würde. Wer nicht darauf verzichten möchte kann das auf jeden Fall tun und der Hakeffekt kann mit Sicherheit noch ein wenig verbessert werden.

Nun kommt der Moment bei dem man das geflochtene Vorfach mit dem Fluo Carbon verbindet. Ich versuche die Verbindung der beiden Materialien relativ knapp hinter dem Haken herzustellen. Richtig wäre genau der Abstand zum Haken, welchen man auch mit einem ummantelten Vorfach wählen würde, nach dem man die Ummantelung ein Stück entfernt hat um dem Karpfen bei der Köderaufnahme ein Stückchen flexiebleres Stück Vorfach vor dem Haken zur Verfügung zu Stellen.

Welchen Knoten man dabei verwendet spielt nicht ganz die große Rolle. Hierbei eignen sich die verschiedensten Varianten des Blutknotens beispielsweise ganz gut. Ich verwende einen einseitigen Blutknoten, welcher am Ende relativ klein ausfallen wird. Der Vorteil der Verbindung ist man kann darüber sein Knetblei fixieren, und hat gleichzeitig einen sehr guten Halt dafür geschaffen.

Wie man sieht fehlt jetzt nur noch ein Hakenköder, die Anbringung von Knetblei oder eines Bleischrotes wenn es gewünscht ist, sowie die Fixierung des Vorfaches an einem Wirbel für die weitere Verarbeitung der Montage. Welche Variante der Montage man wählt ist einem selbst überlassen. Ich selbst verwende meist das Safety-Bolt Rig oder eine Inline Bleimontage wobei ich hier die Semi-Fix Variante bevorzuge. Bei der letzteren Variante kann sich das Blei nach dem Biss frei auf der Hauptschnur bewegen. Die Anleitung findet ihr hier unter Montagen: „Im Detail liegt der Erfolg“.

Das Verhältniss der beiden Vorfachmaterialien zueinander wähle ich meist 1:4. Um dies in cm auszudrücken könnte dies bei einer Gesamtlänge des Rigs von 20 cm wie folgt lauten: 4 cm geflochtenes Vorfach zu einer Länge von 16 cm des Fluo Carbon Vorfachs.

Meiner Meinung nach ist das Anti-Blow-Out-Rig egal ob es als Kombi Rig oder als normales Rig bestehend aus geflochtener Schnur ummantelt oder nicht eines der besten Rigs die ich in meinem Bestand besitze einzustufen. Dies ist natürlich immer von den Gegebenheiten am Wasser abzuwägen ob dieses Rig überhaupt geeignet ist, und am Ende ist es natürlich auch eine sehr subjektive Verwendungsfrage.

Was ich persönlich jedoch sehr gerne mag, wenn man seine Rigs so knüpfen kann, dass man wirklich fast zu 100 Prozent vorher sagen kann wie der Fisch gehakt sein wird. Es ist zwar keine absolute Garantie gegeben, jedoch bin ich immer sehr froh wenn der Karpfen sauber in der Unterlippe gehakt ist, wie es meist der Fall sein wir bei diesem Rig und sich der Schaden, den der Haken im Karpfenmaul anrichten wird dadurch relativ klein bleibt.

An dieser Stelle wünsche ich euch wie immer viel Spaß beim nachbauen des Rigs, sowie viel Erfolg damit am Wasser.